Deutscher vererbt Zürcher Gemeinde über vier Millionen

Deutscher vererbt Zürcher Gemeinde über vier Millionen

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Teaserbild-Quelle: Bild: Dietrich Michael Weidmann (CC BY-SA 3.0)

Anfang Jahr musste Russikon noch einen Einbruch der Steuereinnahmen kommunizieren. Nun sieht alles anders aus: Die Gemeinde mit gut 4100 Einwohnern sieht sich mit einem unverhofften Geldsegen konfrontiert.

Ein 72-jähriger Deutscher, der über 35 Jahre in Russikon lebte, setzte die Gemeinde als Alleinerbin ein, wie die Gemeinde mitteilt. Er vererbte dem Dorf vier Millionen Franken plus eine Eigentumswohnung mit viereinhalb Zimmern. Sie dürfte bei einem Verkauf eine weitere halbe Million Franken einbringen.

Wieso der Einwohner, der seit seinem Zuzug in die Schweiz im Jahr 1979 in Russikon lebte, sein gesamtes Vermögen der Gemeinde vermachte, weiss Gemeindepräsident Hans Aeschlimann nicht: «Wir wollten das natürlich herausfinden, aber auf der Gemeinde hat ihn niemand wirklich gekannt», sagte er gegenüber dem «Zürcher Oberländer».

Lediglich die Einwohnerkontrolle sei mit dem Deutschen ab und zu in Kontakt gestanden. So kann Aeschlimann über die Beweggründe der Erbschaft nur spekulieren: «Ich kann mir vorstellen, dass er sich hier sehr wohl gefühlt hat.»

«Hübsches Plus» statt Defizit

Der Gemeindepräsident verspricht im «Zürcher Oberländer», dass man mit dem unverhofften Zustupf haushälterisch umgehen werde. «Wir haben genügend bestehende Projekte, die wir anpacken wollen. Das Geld werden wir auf keinen Fall für ‹Nice-to-have› Sachen ausgeben.»

So wolle man die aus finanziellen Gründen zurückgestellte Projektierung für die Sanierung und Erweiterung der Turnhalle bereits 2016 angehen. Ansonsten würden die rund vier Millionen Franken in die laufende Rechnung fliessen. «So werden wir 2015 mit einem hübschen Plus statt dem budgetierten roten Minus abschliessen.» Die Erbschaft werde dem Eigenkapital, das per Ende 2014 bei rund 20 Millionen Franken lag. «Das verschafft uns viel Luft.»

Nun überarbeitet Russikon seine Finanzplanung. «Erste Berechnungen zeigen, dass sich der Selbstfinanzierungsgrad in der Planphase 2014 bis 2018 von 65 auf 75 Prozent verbessern wird», so Aeschlimann.

Wie die Gemeinde den generösen Spender verabschieden soll, steht noch zur Diskussion. Auf jeden Fall werde man den Grabstein auf kosten der Gemeinde anfertigen lassen und den verstorbenen Einwohner an der bevorstehenden Gemeindeversammlung würdigen. (aes/sda)