Grundeinkommen: Crowdfunding für Experiment in Rheinau ZH gescheitert

Grundeinkommen: Crowdfunding für Experiment in Rheinau ZH gescheitert

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: JoachimKohlerBremen (CC BY-SA 4.0)

In der Zürcher Gemeinde Rheinau sieht es nicht gut aus für den Versuch mit dem bedingungslosen Grundeinkommen: Bis zur Deadline am 4. Dezember 2018 um 14.26 Uhr sind lediglich rund 150 000 Franken gespendet worden, angestrebt wurden 6,1 Millionen Franken.

Rheinau ZH
Quelle: 
JoachimKohlerBremen (CC BY-SA 4.0)

Crowdfunding gescheitert: Das BGE-Experiment im idyllischen Rheinau ZH droht nach der ernüchternden Finanzierungsrunde zu scheitern.

Im Juni war bekannt geworden, dass die 1300-Seelen-Gemeinde Rheinau ZH es wagt, den Versuch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) in Angriff zu nehmen. Ende September waren 770 von 1302 Rheinauern bereit, am Versuch teilzunehmen (Fachartikel dazu hier).

Das Geld dazu wollte man mittels der grössten Crowfunding-Kampagne der Schweiz sammeln (mehr dazu hier): Vom 15. Oktober bis 4. Dezember wollten die Initianten um Rebecca Panian 6,1 Millionen Franken sammeln – ein äusserst ambitioniertes Ziel.

Ernüchterndes Resultat

Umso ernüchternder das Schlussresultat des Crowdfundings: Lediglich 151 836 Franken sind zusammengekommen.

Natürlich sei es schade, dass das Crowdfunding nicht funktioniert habe, teilt Initiantin Rebecca Panian mit. «Es war aber definitiv nicht für nichts». Denn seit Projektstart hätten sich die Einwohner von Rheinau intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und für sich persönlich durchgespielt, was es konkret bedeuten könnte. Auch ausserhalb des Dorfes habe der geplante Versuch grosses Interesse geweckt.

Durch den intensiven Crowdfunding-Prozess haben man nun aber auch ziemlich klar erfahren, was auf Kommunikations-Ebene zu wenig gelungen ist, - etwa die Menschen in der Schweiz mehr ins Dorf-Projekt einzubeziehen.

Gemäss Panian dachten nämlich viele Menschen: «Warum soll ich den Rheinauern Geld geben?» Folglich hätten es die Verantwortlichen zu wenig geschafft zu vermitteln, «dass der Versuch Erfahrungen ermöglicht, die uns allen zugute kommen».

Offene Zukunft

Die bis anhin gewonnenen Erkenntnisse wird das Projekt-Team rund um Panian zusammen mit dem Rheinauer Gemeinderat, dem begleitenden Wissenschaftsteam sowie weiteren Involvierten analysieren und auswerten.

«Wir haben so viel erreicht bis hierhin. Viele Türen stehen noch offen. Viele Türen gingen erst jetzt auf. Der Versuch in Rheinau ist eine Chance, die wir nutzen sollten», so Panian.

Ob es weitergehe, hänge von den Teilnehmenden ab. Mit ihnen stehe man im Dialog. Über weitere Neuigkeiten zum Projekt werde «zu gegebener Zeit» informiert. (aes/sda)