On the Road statt vor Ort

On the Road statt vor Ort

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Teaserbild-Quelle: zvg

Roadshows von Kommunalfahrzeug-Herstellern bieten eine gute Gelegenheit, die neusten Trends unter praxisnahen Bedingungen zu erleben und Probe zu fahren. Im März präsentierten Kärcher und Reform gemeinsam ihre Neuheiten an sechs Standorten in der Schweiz.

Vorführungen vor Ort in den Gemeinden belasten die Hersteller von Kommunalfahrzeugen, sagt René Boschung, Präsident der Schweizerischen Interessengemeinschaft für Kommunaltechnik (SIK), im Interview. «Es fahren teilweise fünf Anbieter vor und am Ende wird doch nichts beschafft », so Boschung. Und natürlich erwarten die Gemeinden diese Dienstleistung kostenlos.

Eine Alternative zur Vorführung vor Ort bieten etwa die Roadshows der Hersteller. Oft tun sich zwei oder mehrere Anbieter zusammen und präsentieren ihre Geräte zwar nicht ganz vor Ort, aber dennoch in der Nähe der Kunden. Das ist nicht gleich individuell wie die Vorführung in der eigenen Gemeinde, liefert aber wichtigen Input im Vorfeld einer Beschaffung – auch wenn man vielleicht nur mit der Erkenntnis nach Hause reist, dass man einen bestimmten Hersteller nicht zur Vorführung bei sich in der Gemeinde einladen muss.

Flexible Besuchszeiten

Vom 13. bis 22. März luden die beiden Hersteller Kärcher und Reform zu ihrer Kommunal-Roadshow durch die Schweiz ein und präsentierten an sechs Standorten eine abgestimmte kommunale Fahrzeugflotte beider Unternehmen. Für Kärcher ist die Roadshow eine Ergänzung, kein Ersatz für Vorführungen in den Gemeinden. «Wir gehen gerne zu den Kunden vor Ort, das ist Teil unseres Business», sagt Karl Fleischmann, Sales Director Wash Systems und Municipal bei Kärcher Schweiz.

Für das Format der Roadshow habe man sich ganz bewusst entschieden: «Es kam für beide Anbieter nicht in Frage, die Veranstaltung in grösserem Rahmen und dafür nur einmalig abzuhalten. Wir wollten verhindern, dass aufgrund von Zeitmangel und Terminen ein Interessent die Roadshow nicht besuchen kann. So konnte man im Bedarfsfall aus Alternativterminen wählen», sagt Marcel Sutter, Marketing Manager bei Kärcher Schweiz.

Statt auf ein starres Zeitkorsett mit Vorführungen der einzelnen Fahrzeuge setzte man bei der Kommunal-Roadshow auf gezielte Kundenberatung und flexible Anreisezeiten der Besucher. Die sechs gewählten Standorte – Lenzerheide GR, Wildhaus SG, Ballenberg BE, Agarn VS, Lausanne und Domdidier FR – stellten sicher, dass niemand einen allzu weiten Anreiseweg auf sich nehmen musste. Damit habe man auf die heutigen Gegebenheiten reagiert und sich den Bedürfnissen der Kunden angepasst, sagt Sutter. So konnten die Interessenten selbst wählen, wann sie die Fahrzeugschau besuchen wollten. Zur Verfügung stand jeweils ein Zeitfenster von 10 bis 15 Uhr. «Kaum eine Gemeinde kann heute noch einen ganzen Tag auf ihre gesamte Werkhof-Equipe verzichten», erläutert Sutter die Beweggründe für das neuartige Format der Roadshow.

Dadurch verteilte sich auch der Besucherstrom gleichmässiger. Normalerweise erfordert es von den Besuchern aufgrund der Beliebtheit der Testfahrten Geduld, bis jeder die gewünschten Fahrzeuge ausprobieren kann. Dank dem neuen Veranstaltungsformat konnten die Wartezeiten jedoch erheblich minimiert werden. Bei den Veranstaltungen zeigte sich ein entspanntes Bild: Die vor Ort präsenten Mitarbeiter der beiden Hersteller nahmen sich viel Zeit für intensive Kundengespräche und informierten über die einzelnen Fahrzeuge. Die Besucher erlebten live die Funktionalität, Leistung und Vielfältigkeit der ausgestellten Geräteträger und Schmalspurfahrzeuge und liessen sich in einem
unkomplizierten Rahmen unverbindlich beraten.

Schon bereit für Stage V

Neben bereits im Einsatz bei den Gemeinden bewährten Geräteträgern, die bei der Veranstaltungsreihe präsentiert wurden, konnte das Modell MIC 42 von Kärcher im Rahmen der Roadshow erstmals Probe gefahren werden. Seine Schweizer Premiere feierte der Geräteträger an der letztjährigen Suisse Public. Das Fahrzeug verfügt über moderne Dieseltechnik mit sparsamer Common-Rail-Direkteinspritzung und Dieselpartikelfilter. Diese senken beim 42-PS-Motor der Kommunalmaschine die Abgaswerte deutlich. So deutlich, dass sie bereits unter die Grenzwerte der Emissionsstufe Stage V fällt.

Dieser neue Regulierungsschritt, der ab 2019 /2020 in Europa eingeführt wird, reduziert die Grenzwerte für Feinstaub-Emissionen gegenüber der bisherigen Regulierung Stage IV um 40 Prozent. «Damit eignet sich das Gerät nicht nur für Arbeitseinsätze in innerstädtischen Zonen, sondern punktet auch mit enormer Wirtschaftlichkeit», sagt  Fleischmann.

Dazu tragen auch die hochwertigen Komponenten bei, die lange Wartungsintervalle von 500 bis hin zu 1000 Stunden erlauben. Der werkzeuglose Zugang zu allen wartungsrelevanten Bereichen gehört genauso zum Gesamtkonzept wie die vielfältigen Möglichkeiten, Anbaugeräte zu integrieren. So erfolgt die Aufnahme von Frontanbaugeräten über ein standardisiertes Kuppeldreieck KAT 0, während Anbaugeräte auf dem Heckwagen dank des Schnellwechselsystems mittels hydraulischen Kipprahmen ohne Kraftaufwand gewechselt werden können. Der Bediener profitiert darüber hinaus von einer grossen, komfortablen Kabine mit übersichtlich angeordneten Bedienelementen.

Neuer, leistungsstarker Motor

Kundennähe bewies Kärcher etwa bei der Entwicklung seiner vielfältig einsetzbaren Kehrmaschinen, denn diese wurden gemeinsam mit den Kommunalkunden entwickelt. An der Roadshow konnten sich die Besucher von der Weiterentwicklung des Kehrmaschinen-Zugpferds MC 130 überzeugen. Diese wurde mit einem neuen, leistungsfähigeren Motor ausgestattet, der bei den kritischen Testern der Roadshow gut ankam. Die laut Fleischmann «einzigartige Zweisitzer-Kehrmaschine der 3,5-Tonnen-Klasse» ist neu unter der Bezeichnung MC 130 Plus auch mit einem. 4-Zylinder-Turbo-Dieselmotor mit 48,6 Kilowatt Leistung erhältlich, was 66 PS entspricht.

Nebst den kompakten Maschinen von Kärcher präsentierte Reform seine leistungsstarken Grossfahrzeuge für den kommunalen Einsatz. Im Markt bewährt haben sich die Fahrzeuge der Serien Boki und Muli. Beide punkten mit ihrer Einsatzvielfalt. Noch neu am Markt ist die Baureihe T10 X und T10 X Hybrid Shift, die mit einem neuen Turbodiesel Motor mit 109 PS aufgerüstet wurden und die Abgasnorm EU6c erfüllen.

Zahlreiche Neuerungen in der Motoren- und Abgastechnik sorgen für einen kraftvollen aber dennoch umweltfreundlichen Betrieb. Hohe Nutzlasten und kompakte Abmessungen, grosse Ladeflächen und enorme Wendigkeit sind einige Attribute, welche die beiden Modelle laut Hersteller auszeichnen.

Die Roadsow im neuen Format war für Kärcher und Reform ein voller Erfolg. Eine nächste Ausgabe sei sehr wohl denkbar, jedoch könne man noch kein offizielles Datum nennen, so Marcel Sutter. (mgt/aes)