«Das System muss sich ändern»

«Das System muss sich ändern»

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Teaserbild-Quelle: Nina Gerwoll

Sind Subventionen sinnvoll oder überflüssig? Wie schafft man es, Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch zu entkoppeln? Können wir energieeffizient agieren, ohne dass der Komfort darunter leidet? Prävention sei die beste Möglichkeit, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern, sagte Joachim Masur, CEO Zurich Schweiz zu Beginn des Swiss Green Economy Symposium in Winterthur und konstatierte lapidar: «Das System muss sich ändern».

Regulierungen reduzieren

Thomas Vellacott, CEO vom WWF Schweiz erklärte: «Bereits heute findet ein unglaublich tief greifender Wandel unheimlich schnell statt», der sich darin zeige, dass grosse Konzerne wie IKEA neu komplett auf Nachhaltigkeit setzten, der weltweite Zuwachs an erneuerbaren Energien exorbitant sei und es in den letzten Jahren in der Schweiz erstmals eine Entkopplung von Bruttoinlandprodukt und Ressourcenverbrauch gegeben habe.

In einem Podiumsgespräch machten sich Peter Burkhalter, CEO des Vereins Green Building Schweiz, Reto Largo, Direktor Nest und Geschäftsführer Smart Innovation, Daniela Decurtins vom Verband der Schweizerischen Gasindustrie und der Luzerner Nationalrat Peter Schilliger stark für weniger Überregulierungen im Gebäudebereich. Es brauche keine Detailregelungen, sondern vor allem Ziele, so der allgemeine Tenor. Die ehemalige Tagesanzeiger-Journalistin Decurtins postulierte: «Das zweite Massnahmenpaket zur Energiewende ist tot, bevor es überhaupt geboren wurde.»

Widmer-Schlumpf wirbt für die Lenkungsabgabe

Diese Meinung konterkarierte die mit Spannung erwartete, scheidende Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. In ihrer Rede machte sie sich für den Übergang vom Förder- zum Lenkungssystem im Gebäudebereich stark. Dieser Richtungswechsel, namentlich eine Stromabgabe sowie eine Klimaabgabe auf Brenn- und Treibstoffe, solle ab 2021 sukzessive erfolgen und Subventionen wie das Gebäudeprogramm und die kostendeckende Einspeisevergütung nach und nach ersetzen.

Per Volksabstimmung sollen diese Änderungen demokratisch legitimiert werden und in die Bundesverfassung aufgenommen werden. Angesprochen auf den Rechtsrutsch im Nationalrat und dessen Auswirkungen auf die Energiewende sagte die BDP-Politiker mit einem Lächeln: «Das Dossier ist nicht mehr beim Bundesrat. Wir haben es vor zehn Tagen fertig beraten und an das Parlament weitergegeben.» Damit bewies sie, dass sie ein «smarter Changemaker» ist.

Autoren

Nina Gerwoll
Redaktorin Baublatt