Das Elektroauto geht ans Netz

Das Elektroauto geht ans Netz

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Teaserbild-Quelle: Bild: Frank Hebbert/flickr.com

Als eines der ersten Länder der Welt baut die Schweiz ein flächendeckendes Netz an Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge. «EVite» ist ein Vorhaben, das auf die «Schweizer Road Map Elektromobilität» zurück geht. In ihr wird der Aufbau eines öffentlich zugänglichen Schnellladenetzes als zentraler Baustein für die Marktentwicklung der Elektroautos gefordert.

Der Startschuss zum Projekt erfolgte am 21. November 2012 im Stade de Suisse. Mit der Möglichkeit, überall in der Schweiz zu jeder Zeit schnell Strom tanken zu können, schliesse «EVite» eine Lücke auf dem Weg zu einer erfolgreichen Elektromobilität und setze damit einen wichtigen Meilenstein auf der Energieagenda des Bundes, so die Verantwortlichen.

Letzte Barriere fällt

«Mit diesem Netz schafft der Verband «Swiss eMobility» eine der wichtigsten infrastrukturellen Voraussetzungen für eine beschleunigte Marktentwicklung der Elektromobilität in der Schweiz. Das umweltfreundliche vollelektrische Auto wird nun auch hinsichtlich seiner Reichweite zu einer echten Konkurrenz für das verbrennungsmotorisch betriebene Auto. Mit einer nur 20-30 minütigen Zwischenladung kann künftig die gesamte Schweiz elektrisch durchfahren werden – und die letzte Barriere für den Umstieg auf das Elektroauto fällt», sagt Jörg Beckmann, Geschäftsführer von «Swiss eMobility».

In der ersten Bauphase sollen mindestens 150 Ladesäulen installiert werden mit dem Ziel, diese Basisinfrastruktur zu einem engmaschigen, gesamtschweizerisch flächendeckenden Netz an Ladepunkten auszubauen. Die «EVite»-Ladepunkte werden rund um die Uhr zugänglich sein und gewährleisten, dass jedes in der Schweiz käufliche Elektroauto beladen werden kann. Da Ende 2013 Fahrzeuge auf den Markt kommen werden, die DC-Ladung mit dem sogenannten COMBO-Stecker benötigen, müssen die «EVite»-Ladepunkte ab dann auch diesen Standard anbieten. Insgesamt sind in der Schweiz für das Jahr 2020 rund 130 000 Elektrofahrzeuge prognostiziert, die jederzeit sicher und schnell beladen werden müssen.

Ohne staatliche Gelder

«Das Schweizer Schnellladenetz kommt anders als in vielen anderen Ländern ohne staatliche Subventionen aus. Es ist den zahlreichen Partnern dieser Initiative zu verdanken, dass wir heute den Grundstein legen für ein neues Netz der Elektromobilität, welches auch international als Benchmark gilt. Zudem bietet unser System allen schweizer Unternehmen und öffentlichen Stellen, die ihre Standorte aufwerten möchten an, sich als Betreiber eines Ladepunktes im Projekt zu engagieren. Erneut wird die Schweiz so ihrem Ruf als elektromobiles Pionierland gerecht», erläutert Jörg Beckmann.

Der Verband Swiss eMobility gewährleistet als Träger des Projektes «EVite» eine breit abgestützte Umsetzung des Vorhabens in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Mit der Lancierung von «EVite» reagiert der Verband «Swiss eMobility» unmittelbar auf die im September vom Nationalrat verabschiedete Motion «Elektromobilität. Masterplan für eine sinnvolle Entwicklung». Der Bundesrat wird damit beauftragt, einen Masterplan für die beschleunigte Marktdurchdringung des elektrisch motorisierten Individualverkehrs vorzulegen. Dazu kann gehören, dass private Akteure unterstützt werden, ein landesweites Basisnetz für Schnellladestationen aufzubauen, z. B. durch eine Unterstützung bei der Bedarfsplanung. Vor diesem Hintergrund sind öffentliche Stellen eingeladen, sich im «EVite»-Projekt zu engagieren. (mgt/aes)