Bund will Ausbreitung fremder Arten eindämmen

Bund will Ausbreitung fremder Arten eindämmen

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Teaserbild-Quelle: Bild: James Gathany/CDC

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat die Anhörung zu einer Strategie gegen die Ausbreitung von Neobiota eröffnet. Das Parlament hatte den Bundesrat damit beauftragt, eine solche vorzulegen.

Bekämpft werden sollen fremde Arten, die die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden, die Biodiversität und Ökosysteme beeinträchtigen oder Schäden in der Land- und Waldwirtschaft sowie an Infrastrukturen verursachen. Dazu gehört etwa die Ambrosia, deren Pollen Allergien auslösen können, der Riesenbärenklau, dessen Saft Hautverbrennungen verursacht, und der Götterbaum, der einheimische Baumarten verdrängt.

Bekämpfung aufwändig und teuer

Unerwünscht sind auch die Tigermücke, die Krankheiten wie das Denguefieber auf Menschen übertragen kann, der amerikanische Flusskrebs, der die Krebspest auf einheimische Krebsarten überträgt und der asiatische Laubholzbockkäfer, der dem Wald schadet.

Die Bekämpfung dieser Arten sei aufwändig, oft mit hohen Kosten und personellem Aufwand verbunden, schreibt das Bafu im Bericht zur Strategie. Die potenziellen Schäden, die von invasiven gebietsfremden Arten ausgingen, überstiegen diese Kosten aber bei weitem. Je länger mit Massnahmen zugewartet werde, umso aufwändiger und teurer werde die Bekämpfung.

Expertengruppe beobachtet Entwicklung

Künftig soll eine Expertengruppe des Bundes die Verbreitung solcher Arten im In- und Ausland beobachten, analysieren und dokumentieren. Der Bund würde artspezifische Bekämpfungsstrategien entwickeln und die Koordination der Aktivitäten sicherstellen.

Die Kantone müssten den Vollzug der Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung sicherstellen und den Erfolg kontrollieren. Invasive gebietsfremde Arten sollen nach ihrem Schadenspotenzial für Mensch, Umwelt und biologische Vielfalt eingestuft werden. Wirtschaft und Bevölkerung würden informiert und sensibilisiert.

Pflichten für Gartenbesitzer

Geplant sind auch Gesetzesänderungen. So soll der Bundesrat neu die Möglichkeit erhalten, den Umgang mit bestimmten Organismen einzuschränken und Private zu Massnahmen auf ihrem Grundstück verpflichten können.

Für Bund und Kantone ist die Strategie laut dem Bericht in den nächsten Jahren mit Kosten von jährlich je 6,5 Millionen Franken verbunden. Beim Bund kommen einmalige Kosten von 1,1 Millionen Franken und langfristige von 0,3 Millionen Franken im Jahr hinzu. Interessierte können zum Strategieentwurf bis Mitte Oktober Stellung nehmen.

Herausforderungen Globalisierung und Klimawandel

Die zunehmende Ausbreitung gebietsfremder Arten hat mit der Globalisierung zu tun - der internationalen Wirtschaft und der hohen Mobilität der Menschen. Manchmal werden solche Arten absichtlich eingeführt, als Haustiere und Zierpflanzen. Manchmal wandern sie aus einem Nachbarland ein. In wieder anderen Fällen befindet sich die Art auf einer Verpackung oder einem Transportmittel.

Eine Rolle spielt auch der Klimawandel. Durch diesen kann die Angepasstheit einheimischer Arten abnehmen und jene nicht-einheimischer Arten zunehmen. Für die Schweiz sei insbesondere die Änderung der winterlichen Bedingungen mit dem Rückgang der Anzahl Frost- und Eistage von Bedeutung, heisst es im Bericht.

Der Klimawandel könne auch indirekt die Ausbreitung gebietsfremder Arten begünstigen, beispielsweise durch häufigere und intensivere Stürme, Hochwasser oder Waldbrände. (sda/aes)

Entwurf «Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten» (PDF)