Buchrainer Katholiken verkaufen Kirche an Serbisch-Orthodoxe

Buchrainer Katholiken verkaufen Kirche an Serbisch-Orthodoxe

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688 abstimmende Katholiken stellten sich hinter den Verkauf, 482 waren dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 44,3 Prozent, wie die römisch-katholische Kirchgemeinde Buchrain-Perlen mitteilt.

Das 1938 eröffnete Gotteshaus St. Joseph im Buchrainer Ortsteil Perlen geht damit in den nächsten vier bis acht Monaten für 1,2 Millionen Franken an die serbisch-orthodoxe Kirche Luzern - vorausgesetzt deren Stimmberechtigte stimmen dem Kauf ebenfalls zu.

Zum Kauf des knapp 3900 Quadratmeter grossen Grundstücks gehören auch ein Pfarreisaal sowie Jugendräume. Der zuständige Basler Bischof Felix Gmür hatte seine Zustimmung zur Veräusserung bereits früher gegeben.

Die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde hält bereits seit 2006 ihre Gottesdienste in einer Kirche in Buchrain ab. Mit dem Kauf der Kirche St. Joseph will die Glaubensgemeinschaft für sich mehr Platz schaffen.

Katholiken können weiterhin beten

Die Katholiken dürfen die Kirche weiterhin für wichtige Gottesdienste und zum Beten nutzen. Ein unverbautes Stück Land bei der Kirche von rund 1000 Quadratmetern bleibt zudem in ihrem Besitz. Nicht vom Verkauf tangiert ist zudem der Friedhof im Eigentum der Gemeinde.

Der Verkauf der Kirche hatte im Ort die Emotionen hochgehen lassen. Ein ursprünglich für die Kirchgemeindeversammlung im November geplanter Verkaufsentscheid war darum vertagt worden. Stattdessen wurde die Urnenabstimmung anberaumt.

Der Kirchenrat plädierte unter anderem wegen abnehmender Besucherzahlen in den Gottesdiensten und weil die finanziellen Mittel immer weniger werden für den Verkauf. Die Gemeinde verfügt noch über zwei weitere Kirchen im Ort.

Die Gegner des Verkaufs wollten «ihre» Kirche behalten. Einige erachteten zudem den Verkaufspreis als zu tief. (sda/aes)