Bevölkerung ist an elektronischem «Bürgerdossier» interessiert

Bevölkerung ist an elektronischem «Bürgerdossier» interessiert

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: Shutterstock

Jeder Bürger und jede Firma in der Schweiz steht in mehr oder weniger regelmässigem Kontakt mit Behörden, Verwaltungen und Organisationen. Dieser erfolgt je länger, je mehr in elektronischer Form. Bei jeder Interaktion müssen dabei verschiedene Informationen von neuem erfasst werden.

Endlich richtiges E-Government?

Mit dem «Bürgerdossier» will der Verein «eGov Schweiz» dieses Problem lösen. Dieses Internet-Portal soll die Möglichkeit bieten, dass sich Geschäfte mit Behörden, Organisationen und Unternehmen auf einfache Weise elektronisch abwickeln lassen. Zudem ist es das Ziel, dass die Datenhoheit wieder beim einzelnen Bürger liegt.

Gleichzeitig soll ein behördenübergreifender Zugang zu Informationen auf sichere, geregelte und leicht verständliche Weise ermöglicht werden. Jede Bürgerin, jeder Bürger ist dann in der Lage, seine dezentral in Behördensystemen gespeicherten Informationen einzusehen, zu verwalten und gezielt weiterzugeben bzw. zur Weitergabe frei zu geben.

Grosser Wunsch nach einfacherem Informationsaustausch und Transparenz

Im Auftrag des Vereins «eGov-Schweiz» wurde 2014 von der Berner Fachhochschule eine Online-Umfrage durchgeführt. Diese sollte ermitteln, wie gross das Interesse der Bürger an einer solchen Plattform ist.

An der Umfrage nahmen 377 Personen teil. Die Auswertung zeigt gemäss «eGov Schweiz» klar, dass die Kommunikation mit den Behörden derzeit als umständlich angesehen wird. 91 Prozent der Befragten gaben an, dass der Informationsaustausch vereinfacht werden sollte.

Noch mehr Leute (94%) wüssten gerne, welche Daten über sie bei der öffentlichen Verwaltung vorhanden sind und viele (77%) empfinden es als problematisch, dass sie dies nicht wissen. Eine grosse Mehrheit würde es begrüssen, wenn sie einen Überblick über ihre Daten haben könnten (93%) und den Zugriff auf diese Daten kontrollieren könnten (84%).

Sicherheitsbedenken bei zentraler Verknüpfung persönlicher Daten

Mit einer zentralen Verknüpfung der persönlichen Daten auf einer Plattform, wie sie das Bürgerdossier darstellt, eröffnen sich aber auch Gefahren. 52 Prozent gaben an, dass sie eine zentrale Verknüpfung problematisch finden, oft mit der Erklärung, dass damit auch ein zentraler Angriffspunkt geschaffen wird.

Trotzdem finden 84% der Befragten, dass das Bürgerdossier eine geeignete Möglichkeit sei, die eigenen Daten zu verwalten.Staat soll Plattform betreiben

Als Betreiber für das Bürgerdossier sehen die meisten (68%) den Staat selbst vor. Staatsnahe Betriebe geniessen für diese Aufgabe mit 19 Prozent deutlich weniger Vertrauen. (mgt/mrm)

Bevölkerung ist an elektronischem «Bürgerdossier» interessiert