Platz für zusätzliche 1,8 Millionen Einwohner in der Schweiz?

Platz für zusätzliche 1,8 Millionen Einwohner in der Schweiz?

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Teaserbild-Quelle: See-ming Lee (CC BY 2.0)

Die Schweiz verfügt über einige Siedlungsreserven: In rechtskräftigen Bauzonen gäbe es noch Platz für bis zu 1,8 Millionen Einwohner. Dies ist das Resultat einer Studie der ETH Zürich und des Bundesamts für Raumentwicklung.

Zürich vom Albis
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See-ming Lee (CC BY 2.0)

Laut ETH hat es noch viel Platz in der Schweiz: Selbst die Region um den Zürichsee, eine der dichtbesiedeltsten des Landes, sieht von der Felsenegg her noch einigermassen leer aus.

Im Rahmen der Studie «Schweizweite Abschätzung der Nutzungsreserven» wurden die Nutzungsreserven der Schweiz erstmals 2012 unter die Lupe genommen, und mit der aktuellen Erhebung nun zum zweiten Mal. Wie die ETH in ihrer Medienmitteilung schreibt, zeigte sich dabei, dass in der Schweiz «erhebliche Siedlungsreserven» vorhanden sind. Sie umfassen insgesamt zwischen 11 000 und 19 000 Hektaren Geschossfläche. Dies entspreche einer Kapazität zwischen 1,0 und 1,8 Millionen zusätzlichen Einwohnern.

Allein die sogenannten inneren Nutzungsreserven – sie befinden sich innerhalb des bereits überbauten Gebiets – werden auf zwischen 6500 und 12 500 Hektaren Geschossfläche geschätzt. Diese Reserven böten selbst unter Ausschluss der nicht für Wohnbebauungen vorgesehenen Anteile Platz für 0,7 bis maximal 1,4 Millionen Einwohner, heisst es dazu in der Medienmitteilung.

Gleiche Kapazität wie 2012 trotz reger Bautätigkeit

Vergleicht man diese Zahlen mit jenen von 2012, zeigt sich, dass sich die Einwohnerkapazität der inneren Nutzungsreserven kaum verändert hat - trotz der weiterhin regen Bautätigkeit, des temporären Einzonungsmoratoriums und des 2014 in Kraft getretenen teilrevidierten Raumplanungsgesetzes.

Für die aktuelle Erhebung konnten die Studienautoren übrigens auf eine grössere Datenfülle als bei der Premiere der Studie zurückgreifen. In den vergangenen fünf Jahren sind zahlreiche kantonale Datenbanken und Erhebungen aktualisiert worden, auf welchen die damalige Abschätzung beruhte. Zusätzlich lagen für die aktuelle Studie Daten aus weiteren Ersterhebungen vor, die in der letzten Studie noch nicht berücksichtigt werden konnten. (mai/mgt)