Luzern: Kantonales Bauinventar ist fertig

Luzern: Kantonales Bauinventar ist fertig

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Teaserbild-Quelle: Nienetwiler (CC BY 2.5 CH)

Der Kanton Luzern verfügt neu über ein Bauinventar. Während der letzten sieben Jahre wurde der gesamte Baubestand erfasst und geprüft. Das Ergebnis: 796 Bauten sind als schützenswert eingestuft worden, 1125 als erhaltenswert.

Rathausplatz in Sursee LU
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Nienetwiler (CC BY 2.5 CH)

In Sursee LU sind 12,9 Prozent aller Gebäude als schützens- oder erhaltenswert eingestuft worden.

Im Kanton Luzern herrscht seit langem ein hohes Bewusstsein für das baukulturelle Erbe. Entsprechend viel wird für den Ortsbildschutz unternommen, zum Beispiel mit Ortsbildschutzzonen. Neu kommt noch ein kantonales Bauinventar hinzu. Darin sind alle Gebäude aufgeführt, die schützens- oder erhaltenswert sind.

«Es erhöht nicht nur die Planungs- und Rechtssicherheit für die betroffenen Eigentümer, sondern ist auch ein wichtiges Instrument im Baubewilligungsverfahren», schreiben Stadt und Kanton in einer gemeinsamen Mitteilung. Denn: Sei ein Gebäude im Bauinventar erfasst, heisse dies, dass das Haus ein wertvoller Bau von historischer und architektonischer Bedeutung sei oder auch – im Fall der städtischen Gebäude – im Stadtbild eine wichtige Stellung einnehme. Ist es als schützenswert eingestuft, soll sein Erhalt angestrebt werden. Ist es als erhaltenswert eingestuft, müssen Sanierungen und Renovationen sehr behutsam durchgeführt werden. Ein generelles Bauverbot gelte für die inventarisierten Objekte aber nicht.

Über 17 Prozent der Bauten in der Stadt Luzern

Im neuen Bauinventar, das diesen Herbst in Kraft treten soll, sind insgesamt 1921 Gebäude erfasst, wovon 796 schützenswert und 1125 erhaltenswert sind. Viele davon stehen in der Stadt Luzern. Hier sind 17,4 Prozent aller Bauwerke geschützt, womit die Stadt die Spitzenreiterin im Kanton ist. Auf Platz 2 liegt Ermensee, wo 14,1 Prozent aller Gebäude geschützt sind, gefolgt von Sursee mit 12,9 Prozent, Beromünster mit 11,9 Prozent und Sempach mit 10,9 Prozent.

Laut Mitteilung liegt die Spitzenposition der Stadt Luzern an ihrer «historischen Bedeutung als politisches und wirtschaftliches Zentrum mit entsprechend vielen repräsentativen Bauwerken». Hinzu komme der Tourismus. Sein hoher Stellenwert habe schon früh zu einer grossen Zahl von architektonisch herausragenden Hotel- und Tourismusbauten geführt. Ebenfalls von Bedeutung für Luzerns Platz 1 sei der grosse Baubestand zwischen 1850 und 1920. Damals ist die Stadt stark gewachsen.

Die Alt- und Kleinstadt Luzerns sowie der Hofbezirk sind nicht Teil des neuen Bauinventars. Dieser Baubestand sei durch die Ortsbildschutzzonen A oder B gesichert. Dennoch sollen auch diese Bauten zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden. (mgt/mt)