Brückeneinsturz in Genua: Rüeschliker Gemeindepräsident untersucht

Brückeneinsturz in Genua: Rüeschliker Gemeindepräsident untersucht

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Teaserbild-Quelle: Peter Rüegg / ETH Zürich

Bernhard Elsener ist Werkstoffspezialist und Gemeindepräsident von Rüschlikon ZH. Nun hilft der ETH-Professor den italienischen Behörden bei der Klärung der Brückentragödie von Genua. Er soll ein Gutachten erstellen und vor Gericht aussagen.

Es ist der 14. August, als ein Teilstück der Morandi-Brücke in Genua plötzlich in sich zusammenbricht und 43 Menschen in den Tod reisst. Rund 600 Evakuierte leben seitdem in Hotels. Die Ermittlungen der italienischen Untersuchungsrichterin zur Ursache des Brückeneinsturzes laufen derzeit auf Hochtouren. Im Visier der Justiz sind Personen, die direkt oder indirekt mit dem maroden Zustand der Brücke zu tun haben könnten. Dazu zählen Verantwortliche des Brückenbetreibers, zuständige Behörden und Ministerien sowie technische Experten.

Unabhängige Einschätzung gefragt

Zwei einheimische Gutachter hat die Richterin bereits beauftragt – und nun auch den Rüeschliker Gemeindepräsidenten Bernhard Elsener. Wie der Blick berichtete, habe die italienische Justiz den Zürcher ETH-Professor um Hilfe gebeten. Elsener unterrichtet hauptberuflich am Institut für Baustoffe der ETH Zürich sowie an der Universität im sardischen Cagliari. Der international anerkannte Korrosions-Spezialist soll nun als ausländischer Experte ein unabhängiges Gutachten verfassen und im Beweisverfahren vor Gericht aussagen.

Für diese Aufgabe dürfte Elsener tatsächlich der Richtige sein. So hat der ETH-Professor unter anderem vor vier Jahren den Roboter C2D2 mitentwickelt, der Korrosionsschäden an Brücken aufspüren kann (Baublatt berichtete).

Schiff als neue Brücke?

Parallel zur Klärung des Unglückhergangs ist bereits die Planung des Brückenneubaus angelaufen. Diese soll bis spätestens November 2019 gebaut sein – und dies voraussichtlich nach Plänen des aus Genua stammenden Stararchitekten Renzo Piano. Dieser habe sich während drei Wochen intensiv mit dem Brückenneubau auseinandergesetzt und einen kostenlosen Entwurf erstellt. Wie die italienische Tageszeitung «La Stampa» berichtete, soll das neue Bauwerk einem Schiff ähneln. (mgt/gd)