Baselbieter Gemeinden 2013 erstmals seit zehn Jahren mit Verlust

Baselbieter Gemeinden 2013 erstmals seit zehn Jahren mit Verlust

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Teaserbild-Quelle: Bild: Roland Zumbühl/Wikicommons

Die finanzielle Lage der Mehrheit der Baselbieter Gemeinden per Ende 2013 sei «nach wie vor als gut bis sehr gut zu beurteilen», vermeldet das Statistische Amt des Kantons Baselland. 59 der 86 Gemeinden konnten das Jahr gar mit einem Ertragsüberschuss abschliessen.

Die übrigen 27 Gemeinden verbuchten ein Defizit, konnten dieses aber in den allermeisten Fällen über das Eigenkapital auffangen. Einzig Burg, Dittingen und Waldenburg mussten einen Bilanzfehlbetrag von zusammen 0,9 Millionen Franken ausweisen.

Vor zehn Jahren, als die Gesamtheit der Gemeinden letztmals ein Defizit verzeichnete, war der gesamte Bilanzfehlbetrag noch höher gewesen. Denn damals wiesen auch grössere Gemeinden einen solchen aus. Seit 2010 sind laut dem Statistischen Amt aber nur noch kleinere bis mittlere Gemeinden davon betroffen.

Eigenkapital in den letzten zehn Jahren gewachsen

Wegen des Defizits im Jahr 2013 sank das Eigenkapital der Baselbieter Gemeinden leicht um 5,8 Millionen auf 282 Millionen Franken. In den letzten zehn Jahren ist das Eigenkapital indes stark gewachsen: Per Ende 2002 hatte es noch 148 Millionen Franken betragen; es hat sich seither also fast verdoppelt.

Auch die Verpflichtungen gegenüber Spezialfinanzierungen - die dem Eigenkapital der Spezialfinanzierungen entsprechen - stiegen von 249 Millionen auf 373 Millionen Franken per Ende 2013. Weiter haben die Gemeinden in den letzten Jahren jeweils zusätzliche Abschreibungen vorgenommen; ohne diese wäre das Eigenkapital noch höher.

Gesunkene Verschuldung

Ein weiteres Indiz für die stark verbesserte Finanzlage der Gemeinden sei der Rückgang der Verschuldung, heisst es weiter. Ende 2002 betrugen die mittel- und langfristigen Schulden insgesamt 549 Millionen Franken. Per Ende 2013 waren es noch 346 Millionen Franken.

Die Pro-Kopf-Verschuldung nahm 2013 leicht um 5 Franken zu, sank im Zehnjahresvergleich aber, bei zunehmender Bevölkerung, von 2078 auf 1246 Franken. Die Schuldzinsen der Gemeinden wurden seit 2002 mehr als halbiert und machten mit 10,7 Millionen Franken Ende 2013 noch knapp 1 Prozent ihrer Gesamtausgaben aus.

Anstieg der Investitionen

Neben dem Gesamtergebnis der Jahresrechnungen erstmals negativ seit zehn Jahren fiel 2013 auch der Finanzierungssaldo aus: Die Nettoinvestitionen waren um 21,6 Millionen Franken höher als die Selbstfinanzierung.

Grund ist laut dem Statistischen Amt die Zunahme der Investitionen, die mit 116,6 Millionen Franken um 40 Prozent über dem Mittel der zehn Jahre zuvor lagen. Haupttreiber war mit 33,7 Millionen Franken die Bildung, da viele Gemeinden wegen der Schulreform «HarmoS» in Schulbauten investierten. Auf die Bildung folgt mit 27,1 Millionen Franken der Verkehr. An dritter Stelle stehen Umwelt und Raumplanung.

HRM2 ab 2014 Pflicht

Das Jahr 2013 war das letzte der Gemeinden unter dem bisherigen Rechnungsmodell: Seit Anfang 2014 gilt für sie das Harmonisierte Rechnungsmodell 2 (HRM2), das der Kanton für die Staatsrechnung schon per 2010 eingeführt hat.

Teilweise neu bewertet wird mit dem Übergang zum neuen Modell die Bilanz der Gemeinden. Unter anderem müssen dabei Rückstellungen für die Ausfinanzierung der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) aufgestockt oder gebildet werden. In etlichen Gemeinden seien allerdings stille Reserven vorhanden, die nun aufgelöst werden müssten. (sda/aes)