27.01.2012 | 13:54 | Nachrichten
Der Schweizer Heimatschutz zeichnet Köniz mit dem Wakkerpreis 2012 aus. Die Berner Gemeinde erhält die Auszeichnung für ihre vorbildliche Siedlungsentwicklung. Ihre wichtigsten Vorzüge seien eine klare Abgrenzung zwischen dem Siedlungsgebiet und der Kulturlandschaft, eine Verkehrsplanung, die auf der Koexistenz aufbaue, ebenso wie die Bewahrung der Identität der verschiedenen Ortsteile, heisst es in der Begründung.

Grosszügige Freiräume und Erholungsgebiete dank baulicher Verdichtung: Wohnüberbauung Dreispitz und Park in Liebefeld.
Foto: Gemeinde Köniz
Foto: G.Bally/Keystone
Foto: Gemeinde Köniz
Foto: SHSWie bereits 2011 stellt der Schweizer Heimatschutz auch in diesem Jahr bei der Vergabe des Wakkerpreises das Thema Agglomeration in den Mittelpunkt. Köniz zeichne sich durch seine langjährige hervorragende Planung aus, die unter Mitwirkung der Bevölkerung entwickelt worden sei, schreibt der Heimatschutz. Dabei zeige die Berner Agglomerationsgemeinde neue Wege auf zur Bewältigung der Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit der Mobilität, der Verdichtung und der Bewahrung der natürlichen Räume stellen. Die geschützten Weiler in Köniz zeigen zudem, wie traditionelle Siedlungsformen bewahrt werden können.
Raumentwicklungskonzept zeigt Wirkung
Köniz gilt mit einer Fläche von 51 Quadratkilometern als die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Trotz der hohen Einwohnerzahl (39'600) und ihrer Nähe zu Bern besitzt die Gemeinde nicht nur einen städtischen, sondern in weiten Teilen auch einen dörflichen Charakter. Um ihre nachhaltige Weiterentwicklung zu sichern, erarbeitete die Gemeinde 2007 ein Raumentwicklungskonzept (REK), das sie 2010 durch ein Leitbild und 2011 durch eine «Richtplanung Raumentwicklung» ergänzt hat. Mit diesen Instrumenten will sie ihre zwölf Ortsteile strukturieren und stärken und ihre Siedlungsgebiete klar von den Natur- und Landwirtschaftsräumen abgrenzen. Durch die konsequente Förderung einer Siedlungsentwicklung nach innen und einer bemerkenswerten langjährigen Wettbewerbskultur hat es Köniz verstanden, die Siedlungsqualität zu steigern und der Zersiedelung erfolgreich Einhalt zu gebieten.
Mit der Revision der Ortsplanung von 1994 wurde ein erster wichtiger Grundstein für diesen Erfolg gelegt: Dabei wurden einerseits 337 Hektaren Bauland ausgezont und als Agrarland freigestellt. Andererseits nahm die Ortsplanung Rücksicht auf das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz ISOS, in dem Weiler wie Herzwil, Liebewil und Mengestorf aufgenommen sind. Seit 2008 wendet die Gemeinde zudem eine Mehrwertabschöpfung bei Ein- und Umzonungen an, wie dies auch in der vom Schweizer Heimatschutz mitinitiierten Landschaftsinitiative verlangt wird. All diese Massnahmen wurden und werden von der Bevölkerung unterstützt und mitgetragen.
Auszeichnung als Ansporn
Mit der Verleihung des Wakkerpreises 2012 an Köniz will der Schweizer Heimatschutz die Behörden ermuntern, ihre langjährigen Bemühungen fortzusetzen und insbesondere raumplanerisch problematische Sektoren wie etwa die Region Wangental, die von der grossen Transitachse Genf–Zürich durchschnitten wird, aufzuwerten. (mgt/mrm)
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